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15.04.2011, 12:24 Uhr | Märkische Allgemeine Zeitung/ Hermann M. Schröder
Bad Belziger Stadtverordnete lehnen überraschend Pläne für Umbau ab
Marktplatz bleibt unsaniert
Sie wollen sparen, doch sie verschenken womöglich sehr viel Geld: Die Bad Belziger Stadtverordneten haben vorgestern Abend überraschend die Pläne für den Umbau des Marktplatzes verworfen. In einer denkbar knappen Entscheidung votierten die Volksvertreter mit neun zu acht Stimmen gegen das vom Architekten Gunnar Lange entworfene Projekt.  
Die Mandatsträger folgten damit einem Antrag der Fraktion Gewerbeverein/Feuerwehr/Wir vom Dorf und stellten sich gegen einen Beschluss des Bauausschusses. Dieser hatte noch vier Wochen zuvor für das Vorhaben gestimmt (die MAZ berichtete). Es sollte rund 330 000 Euro kosten. Der Eigenanteil der Stadt hätte nach Aussagen von Bauamtsleiter Christoph Grund bei rund 66 000 Euro gelegen. Den Rest hätte das Land über Fördermittel finanziert. Die Subventionen stehen laut Grund bereit. 

„Weil die Finanzen knapp sind und viele Investitionen gestrichen werden müssen, stellen wir den Antrag, auf die Investition generell zu verzichten“, forderte jedoch Simone Lüdicke (Gewerbeverein).

Überraschenden Beistand erhielt die Chefin der Bad Belziger Händlerlobby von CDU-Fraktionschef Jürgen Gottschalk. „Wir von der CDU haben auch gesehen, dass viele Mittel fehlen und viele Projekte liegen bleiben, wir würden auch gegen das Projekt stimmen“, erklärte er. Man könne nicht an allen Vorhaben festhalten, nur weil daran Fördergelder hingen, sagte Gottschalk. Selbst der Vorsitzende des Bauausschusses, Günter Windrich (CDU), sprach sich plötzlich gegen das noch kürzlich von ihm unterstützte Projekt aus. „Wir sollten Alternativen prüfen wie die Straße der Einheit oder die Niemegker Straße“, erklärte er. Dort könne man das Geld sinnvoller verwenden, sagte Windrich.

Hendrik Hänig, Vizechef der SPD-Fraktion, warnte indessen eindringlich vor blinder Sparwut. „Ich gebe zu bedenken, dass wir bei einem Verzicht nicht die 330 000 Euro zur Verfügung haben“, erklärte er. „Die Fördermittel sind dann weg und wir bleiben auf den Planungskosten sitzen“, so Hänig.

Nach Angaben von Bauamtsleiter Grund betragen die Aufwendungen für den Architekten rund 20 000 Euro. „Es wäre das falsche Zeichen an das Land, die Städtebauförderung zu sparen“, plädierte Grund für den Marktumbau. Simone Lüdicke sprach sich dafür aus, die Mittel nicht verfallen zu lassen. „Die Wiesenburger Straße ist bestimmt wichtiger als der Marktplatz“, sagte sie. Christoph Grund erklärte, der Markt sei deshalb vorgezogen worden, weil der Umbau bis zum Deutschen Wandertag im kommenden Jahr fertig würde und die Sanierung der Wiesenbuger Straße länger dauere.

von Hermann M. Schröder
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